DSG-Speisewagen der Epoche III im Modell -

Beschriftung und Farbgebung beim Vorbild

In der Zeit zwischen 1949 und 1968 erfuhren die Anschriften der Speisewagen nur wenige, aber bedeutende Änderungen.

Das Gesamtbeschriftungsschema wurde zunächst unverändert von der MITROPA übernommen. Viele ehemalige MITROPA-Wagen waren nach dem 2. Weltkrieg in grün lackiert übernommen worden und wurden z.T. auch zunächst so eingesetzt. Die Wagen wurden ab 1950 in Rubinrot RAL 3003, bei Neuanstrich ab 1965 in Bordeauxrot RAL 3004 gestrichen, die Anschriften wurden in zunächst Gelb, ab 1954 in Elfenbein RAL 1014 aufgebracht. Auch die aus 1927 stammende, für die MITROPA von Karl Schulpig (1884 - 1948) entwickelte Schrifttype wurde weiter benutzt.

Um das Warenzeichen der MITROPA, das sowohl die MITROPA-OST (mit geköpftem Adler als "Gefriergans" und geänderter Speichenzahl im Radsymbol) als auch die DSG (unverändert!) benutzten und beanspruchten, entbrannte bald ein heftiger politischer Streit, der erst im Rahmen der Verhandöungen zu den Ost-Verträgen und Transitabkommen der Regierung Brandt vertraglich gelöst wurde. Die DSG verzichtet dann auf die Nutzung und führte 1972 mit den orangefarbenen "Friseurjacken" für das Servicepersonal auch ihr stilisiertes Kleeblatt ein.

Liliput H0 WR4üe-28 ca. 1954

Nach 1960 erfolgte zusätzlich der Schriftzug "DEUTSCHE SCHLAFWAGEN- UND SPEISEWAGEN-GESELLSCHAFT" oberhalb der Fensteroberkante. Die gelbe Beschriftung am hier gezeigten Modell ist falsch, es muss RAL 1014 sein.

Mit den Neubauwagen der Bauart "Rheingold" verschwand der in Fensterhöhe neben der linken Einstiegstür angebrachte Anschriftenspiegel ebenso wie die Anschrift der vierstelligen Wagennummer neben den Einstiegstüren knapp oberhalb des Rahmens. Alle Fahrzeugdaten wurden nun auf dem schwarzen bzw. grauen Rahmen in RAL 1014 angeschrieben, wie es die UIC-Vereinbarungen aus 1961 verlangten. Zunächst erfolgte dies am jeweils linken Wagenende, später wanderten die Angaben in die Fahrzeugmitte.

Anschrift auf ADE 3151/1 1964

Ab 1. Oktober 1966 wurden Neubauwagen mit dem für die Einführung des UIC-EDV-System erforderlichen neuen Nummernschema beschriftet, für grenzüberschreitenden Verkehr Pflicht ab 1.6.1968, im Inland ab 1.11.1970. Dies bedeutete für die bisher vierstelligen Speisewagennummern eine Ergänzung durch eine an zweiter Stelle eingefügte "0". Neubauwagen (WR4üm ab DSG 101) wurden, soweit dreistellig benummert, mit einer führenden "11" auf 5 Stellen gebracht.

1966 änderte sich noch mehr: Die DB erwarb per 1.1.1966 den Speisewagenbestand der DSG. Neu in Dienst gehende Speisewagen erhielten daher nicht mehr das Warenzeichen der DSG/MITROPA und auch nicht mehr die von weitem erkennbaren drei Buchstaben "DSG", sondern den klassischen DB-Keks. Betroffen hiervon waren einige WRümh64 in rot-beiger TEE-Farbgebung, die anstelle der DSG-Kennzeichnung die Aufschrift "TRANS EUROP EXPRESS" in Schattenschrift wie bei den Barwagen ARDümg-65 sowie in Fensterhöhe den ersten roten DB-Keks zeigten, wie er später vor der Privatisierung generell verwendet wurde. Weitere TEE-Speisewagen erhielten diese Anschrift nachträglich. Um 1970 wurden Wagen ohne Schattenschrift mit TEE-beschriftung ausgeführtt.

Anschrift auf ADE 3151/1 1966

Zwei 1965 in rot abgelieferte WRümh-64 wurden ohne Zierstreifen, aber zunächst noch mit DSG-Kennzeichnung eingesetzt. Dieser zeigte als Muster das zukünftig zu erwartende Erscheinungsbild der roten WR nach ihrer jeweils nächsten fälligen HU. Bis zu dieser HU fuhren die Speisewagen weiter mit der DSG-Kennzeichnung. Die UIC-"Computernummer" und Gattung wurde einfach unter das "S" in Wagenmitte angeschrieben.

ADE 3351/2

Anm. zum Foto: Hier zeigt sich die schlechte Recherche bei ADE. Der als DSG-Wagen abgelieferte "TEE Erasmus"-Speisewagen 11 106 aus 1964 wird auch in der "TEE"-Beschriftung von 1966 und in der DSG/UIC-Beschriftung von 1968 bei gleicher Wagennumer angeboten. Zumindest die "TEE"-Beschriftung ist beim 11 106 unsinnig, da faktisch neue Wagen nicht umbeschriftet wurden, um dann wieder die "DSG"-Beschriftung zu erhalten.

Die der DB gehörenden Halbspeisewagen und Speisewagen für den Turnusverkehr (WRtüm) wurden analog zu allen anderen DB-Reisezugwagen beschriftet. Neubauten ab 1965 erhielten wie die "Rheingold"-Wagen die Anschriften auf dem Rahmen. Bei WRtüm134 und einigen ARümh217 der Auslieferung 1965/66 wurde die Wagennummer und Gattung einzeilig nach Art der späteren UIC-"Computernummer" in Wagenmitte unterhalb des erhöht angebrachten DB-Kekses angeschrieben, wie es um 1970 auch bei den 3yge-Wagen erfolgte.

Ab 1964 wurden Halbspeisewagen und auch Büffettwagen im Rahmen der fälligen HU nicht mehr in der Farbe ihrer Zuggattung, sondern zweifarbig zur auffälligen Kennzeichnung des Speiseraumes lackiert. Die am Fahrzeug angehängten Schilder "SPEISERAUM", "DSG-SPEISERAUM" bzw. "BÜFFETT"" entfielen und wurden durch feste Anschriften in serifenloser Schrift ohne roten Hintergrund ersetzt. DB-Fahrzeuge mit Bewirtschaftung durch die DSG erhielten neben den Einstiegstüren das DSG-Logo in kleiner Ausführung in Gelb oder Creme. BRüm/BRbuüm in purpurrot und chromoxydgrün
ARüm in purpurrot und kobaltblau

Weitere, spätere Änderungen nach 1968 waren:

Liliput H0 WR4üge-39/51 in allen Farbvarianten

1970: Einführung der POP-Lackierung in einigen Zugstämmen, die einige WRü152 in Rot (RAL 3004 Purpurrot) mit kieselgrauem (RAL 7032) Band zwischen Fensterunterkante und Rahmen verwandelte. Der einzige umlackierte WRüm132 brannte 1974 in Brüssel ab (ein "Hobby" dieser Bauart) und wurde verschrottet.

1974: Einführung der neuen Standardfarbgebung ozeanblau/creme, die aber nur acht WRü152 und ein WRm132 erhielten.

Farbtafel:

RAL 3005
Weinrot
RAL 3003
Rubinrot
RAL 3004
Purpurrot
MITROPA ab 1928 DSG 1950-1964 DSG/DB ab 1965

Wenig später wurden alle roten WRmh132 und blau-roten ARmh217 in TEE-Farbe lackiert, bei allen Fernreisezugwagen der DB entfiel bei Neulackierungen um 1978 der schwarze Rahmen, der dann in der Grundfarbe rot bzw. ozeanblau lackiert wurde. Diese Umlackierung erfolgte dann auch aus Sparsamkeit ohne Spachtelung, was den Wagen ein recht ungepflegtes, verbeultes Aussehen gab.

In den 80ern wurde bei Neulackierungen nicht mehr "SPEISEWAGEN", sondern "RESTAURANT" angeschrieben. Ab 1990 mit der Einführung der ICE führte die DSG, die dann schon "Deutsche Service-Geselschaft der Bahn GmbH hiess, analog zum Flugbetrieb den Begriff "BORDRESTAURANT" ein, der später auch auf die orientrot-flieder-grauweissen Speisewagen aufgemalt wurde.

Je nach Änderung der technischen Ausstattung der Spannungsversorgung wechselten die Wagen recht häufig Teile ihrer Nummer.

Modellbahn-Startseite nächste Seite06.04.2008